Wir haben einen Wasserschaden!

Tausend Dinge stellten wir uns vor, was nach dem Anschluss unseres Zirkuswagens an Strom und Wasser nicht funktionieren könnte. Was dann wirklich passierte, hatten wir nicht auf dem Radar. Und die Konsequenzen sind echt doof.

Zigeunerwagen hinter Baumulden im Abendlicht

Gestern Nachmittag, Tag 2 des Abbruchs, hatten wir noch mit unserem Sanitär gescherzt. Er hatte gerade unseren Elektroboiler im Abbruchhaus ausgebaut, um ihn gebraucht weiterzuverkaufen, und uns so nebenbei gezeigt, wie man den Deckel des Spülkastens in unserem Zigeunerwagen wegbekommt.

Man drehe am Spülknopf

Des Rätsels Lösung: Man kann den Spülknopf in der Abdeckung herausschrauben. Dann geht auch der Deckel auf.

Ganz logisch, wenn man das System einmal kennt, und doch irgendwie nicht ganz intuitiv. Ich kenne liebe Menschen, die alles zum Schrauben so fest zudrehen, dass man es unter Aufwendung aller Kraft nicht mehr aufbekommt. Das wäre somit definitiv kein System für sie.

Jedenfalls löste sich schon beim Öffnen des Deckels der beim Transport des Wagens verhakelte Schwimmer und der Spülkasten füllte sich mit Wasser. Problem gelöst.

Wir unterhielten uns noch ein wenig mit unserem Sanitär, dem der Zigeunerwagen gut zu gefallen schien – auch wenn man in all unserem Umzugsdurcheinander noch kaum etwas von der Einrichtung sah.

Einfach anrufen, wenn etwas ist

"Wenn dann das neue Haus steht, rufen Sie mich bei Problemen einfach an. Ich komme gerne helfen", bot der Sanitär uns an. Wir freuten uns, denn er hat unsere Installationen immer sehr gut betreut. Über die inzwischen zehn Jahre hinweg musste ich auch mehr als einmal schmunzeln.

Wegen des sehr hohen Kalkgehalts unseres Wassers gab ich es mit den Durchlauf-Begrenzern irgendwann einmal auf und legte sie neben den Wasserhahn, wenn sie schon wieder völlig zu waren. Wie im gestrigen Post erwähnt, war bei uns auch so schon kaum Wasserdruck vorhanden, so dass mit oder ohne Begrenzer etwa auf das Gleiche herauskam.

Jedes Mal, nachdem der Sanitär bei uns war, waren alle Wasserhähne wieder perfekt ausgerüstet und das, ohne dass wir es auf der Rechnung bemerkten.

Und dann brauchen wir auch schon Hilfe

Heute ging mein Liebster wieder arbeiten, während ich mir Mühe gab, unser Umzugsdurcheinander weiter zu reduzieren. Die Sonne schien. Meine Laune war gut.

Gegen Mittag langte ich schliesslich in den Schrank unter der Spüle, um die Katzen zu verköstigen. Ab diesem Moment hätte es draussen genauso gut die Welt untergehen können, denn meine Stimmung sank ins Bodenlose. Ich langte in eine widerliche Pampe aus aufgelöstem Karton.

Und das war erst der Anfang vom Elend. Plötzlich machten die beschlagenen Scheiben vom Vorabend Sinn.

Ein Hoch auf meinen Multikocher

Undichte Stellen am Ablauf des Spülbeckens
Undichte Stellen am Ablauf des Spülbeckens

In den noch nicht einmal 48 Stunden, in denen wir in unserem Wagen lebten, mussten über undichte Verbindungen an die zehn Liter Wasser in den Schrank unter der Spüle gelaufen sein.

Ein Teil davon wurde von Haushaltspapier und den Kartonboxen um das Katzenfutter aufgesaugt. Mehrere Liter hatten sich im Kochtopf meines Multikochers angesammelt – zum Glück, denn all dieses Wasser rann nicht unter dem Schrank und von dort in den Wagenboden.

Unser Sanitär war jedenfalls verdutzt, als ich ihn schon wieder kontaktierte und versprach, kurz nach dem Mittag vorbeizukommen.

Das Austrocknen beginnt

Ich nutzte die Zeit bis dahin, um den Schrank auszuräumen. Alles nicht mehr Brauchbare warf ich weg, trocknete das noch Verwendbare und schob Zeitungspapier unter die Schränke.

Austrocknen unter den Schränken mit Zeitungspapier
Austrocknen unter den Schränken mit Zeitungspapier

Dabei zeigte sich, dass die Wagenschmiede die Küche nach dem "Aus den Augen aus dem Sinn"-Prinzip zusammengebaut hatte. Mit jedem durchnässten Zeitungspapier, das ich wechselte, kamen nicht allzu wenige Holzspäne unter den Küchenschränken hervor. Das ist ein bisschen so, wie wenn ein Hotel nicht unter den Betten staubsaugt.

Als der Sanitär sich das Malheur anschaute, war die Beurteilung einfach: Jede einzelne Verbindung und Abdichtung des Ablaufs war undicht. Ganz schlimm war der Überlauf des Beckens betroffen.

Das ist kein Transportschaden. Wer auch immer für diesen Zusammenbau verantwortlich war, hat einfach nur geschlampt!

Das Sahnehäubchen: Wasser hinter dem WC

Kondenswasser vom Spülkasten unter WC
Kondenswasser vom Spülkasten unter WC

Wie ich vor dem Mittag entdeckte und der Sanitär bestätigte, gibt es auch beim WC ein Wasserproblem. Der Spülkasten ist nicht allzu gut isoliert, so dass sich daran pro Tag problemlos ein Deziliter Kondenswasser bildet.

Um diesen Deziliter Wasser vom Laminat fernzuhalten, muss ich mir etwas einfallen lassen, denn sonst können wir unseren Zirkuswagen am Ende unseres Experiments verschrotten.

Um fair zu sein: Durch den eisigkalten Januar hat das Trinkwasser derzeit nur wenige Plusgrade, was zum Innenraum des Wohnwagens einen Temperaturunterschied von 15 bis 20 Grad ergibt. Dadurch tritt das Kondenswasser im Moment verstärkt auf – ein Test unter Extrembedingungen sozusagen.

So macht's nicht wirklich Spass

Schliesslich hatte der Sanitär seine Arbeiten beendet. Jetzt sollte alles dicht sein, doch mir graut vor den kommenden Tagen. Wie soll ich all das Wasser vom Wasserschaden aus unserem gerade mal 21 m2 grossen Heim bekommen?

Kein Platz, um etwas trocknen zu lassen, verbunden mit dem restlichen Durcheinander des Umzugs, und keine Möglichzeit dauerzulüften, ohne sich im kalten Februarwetter eine Lungenentzündung zu holen.

Somit endete der Stress nicht, wie geplant, mit dem Umzug. Das ist einfach nur unfair. 🙁

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