Der Lagercontainer wird geliefert

Die Platzierung des Containers verlief reibungslos – und er kommt sogar mit einer eingebauten Alarmanlage.

Positionierung des Lagercontainers

Als wir unser "Sizing Down"-Projekt begannen, mussten wir uns überlegen, ob wir es Hardcore oder als Warmduscher durchführen.

Die konkrete Fragestellung lautete: Sollen wir alles wegwerfen, was nicht in den Zigeunerwagen passt oder sollen wir für einige Besitztümer eine temporäre Lagermöglichkeit suchen?

Aufräumen als Sinn des Lebens

Im Moment gilt ja das Lebensmotto "Aufräumen" als trendy. Eine der prominentesten Verfechterinnen dieser Bewegung ist Marie Kondo mit ihren äusserst populären Büchern.

Während ich teilweise ihren Standpunkt als etwas übertrieben erachte, ging es uns doch so wie vielen Kollegen in unserem Umfeld: Unsere Eltern hatten über die Jahre hinweg alles bei uns abgeladen, was sie nicht mehr wollten. O-Ton: "Das könnt ihr doch sicher gebrauchen, Kinder!" – "Nehmt es nur. Wir wollen es nicht mehr." – "Es ist doch schade, das wegzuwerfen."

Hat man eine Garage und somit Stauraum ist das fatal. So sammelte sich über die Jahre bei mir zum Beispiel genügend versilbertes Besteck, um ein eigenes Restaurant zu eröffnen. Ich hatte die Nase so voll. Schwiegermama musste mir nur etwas hinhalten. Bevor sie den Mund aufmachte, war mein Blutdruck schon im roten Bereich.

Wir entscheiden uns für die Warmduscher-Variante

Allerdings war die Situation bei uns nicht ganz so einfach. Wer künstlerisch tätig ist oder zum Beispiel einen Garten hat, kennt das: Es gibt Material, das man einfach hat und braucht wie einen Rasenmäher, eine Nähmaschine oder Werkzeug.

Das einfach wegzuwerfen und dann nach der Bauzeit wieder neu zu kaufen, kam nicht in Frage, weder aus ökologischer noch finanzieller Sicht.

Allerdings ist auch die Miete eines Lagerraums in unserer Gegend nicht realistisch. Das gibt es nicht oder aber es ist teuer. So erschien uns ein Lagercontainer als sinnvolle Variante. Und wir begannen mit dem seriösen Aus- und Aufräumen.

Zwei Tonnen schweben durch die Luft

In der Woche nach der Lieferung des Zigeunerwagens kam dann der Container. Um ihn optimal zu positionen hatten wir am Wochenende zuvor mit Massband und Steinen geübt (auf dem Beitragsbild sind diese "Messsteine" noch zu erkennen).

Es war denn schon ziemlich beeindruckend, wie der Lastwagen seinen Kran ausfuhr und den Container am Rosenbogen und der Roulotte vorbei über den vorgesehenen Standplatz schwenkte und wie der Fahrer ihn über seine Fernsteuerung präzise absetzte.

Der Lastwagen ist weg und die Containertür noch offen

Nun ist unser Kiesplatz ja nicht ganz eben, wie wir schon beim Aufstellen des Zigeunerwages feststellen durften. Der Fahrer öffnete deshalb die Tür des Containers, damit ich mit der Wasserwaage die Neigung feststellen konnte.

Sie betrug ein Prozent mit dem tiefsten Punkt bei den Türen, was passt. Sollten die Containertüren aus irgendeinem Grund undicht sein/werden, kann sich das Wasser nicht im Innern sammeln, sondern läuft ab.

Irgendwann war der Lastwagen weg und die Containertür stand nach wie vor offen. Ich hatte mir noch überlegt, den Fahrer zu bitten, sie für mich zu schliessen. Am Ende gewann mein Sturkopf, der mir zwei Dinge sagte: a) Du musst das lernen. b) Wie schwer kann es schon sein? (was bekanntlich zu den "famous last words" gehört)

"Enterprise an Starfleet Command: Wir haben ein Problem."

Um es nicht unnötig spannend zu machen: Ich bekam die Tür zu. Dabei stellte ich fest, dass diese Handlung nicht zu den feinmotorischen Problemstellungen, sondern eher zum Krafttrainig gehört.

Eine Erkenntnis war dabei beruhigend: Wir hatten uns gefragt, wie leicht in einen Container eingebrochen werden kann, da dieser nur mit einem Vorhängeschloss gesichert wird.

Und ja, natürlich geht das, aber beim Öffnen seiner Türen produziert der Container schlicht unglaubliche und sehr laute Geräusche, bei denen sich die Zähne lockern. Sie weckten zwei Assoziationen bei mir. 1) [nicht lustig] Klingt wie ein sterbender Wal. 2) [für Trekkies] So klang es jeweils, wenn die Enterprise auseinanderzubrechen drohte.

Habe ich schon erwähnt, dass wir während der Bauzeit ab und zu an unser Lager im Container müssen? Wenn wir das frühmorgens machen, brauchen unsere armen Nachbarn jedenfalls keinen Wecker mehr. Diesen Dienst übernehmen dann wir.

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