Stromausfall am Mittag

Auch bekannt als: Pass auf, was du dir wünschst.

Das Schicksal hat zugehört. Heute fiel der Strom um 12.45 Uhr mittags aus, bei schönstem Sonnenschein. Wir mussten also keinen Akku-Scheinwerfer packen und auch nicht im Stockdunkeln bei Regen den Weg der Baugrube entlang suchen.

Dafür haben wir jetzt keinen Herd mehr.

Sicherheitsvorkehrungen

Weil unsere Katzen überall herumtrampeln, muss ich den Kochherd jeweils ganz vom Strom nehmen, wenn ich ihn nicht verwende.

Im alten Haus am alten Glaskeramikkochfeld hatte ich dafür einen Masterswitch am Herd selbst. Aber das finden die Elektrogeräte-Hersteller nicht mehr cool. Heute muss alles bis zur Unbrauchbarkeit durchgestylt sein.

Und statt den Herd mit einem einfachen "Klick" einzuschalten, quält man sich, wenn überhaupt vorhanden, mit den Affengriffen der Kindersicherung herum.

Die Sicherung als Masterswitch

In unserem Zigeunerwagen haben wir einen ganz einfachen und kleinen Glaskeramik-Kochherd mit Drehknöpfen, die die Katzen leider auch "bedienen" können.

So muss die Sicherung des Herds als Masterswitch herhalten, wenn ich nicht koche. Und als ich die Sicherung heute um 12.45 Uhr einschalten wollte, um das Mittagessen zuzubereiten, machte es "Knack".

Der Fehlstrom-Schutzschalter unseres Wohnwages löste aus – und der Hauptschalter am Baustromverteiler. Ein erneuter Versuch brachte genau das gleiche heftige Ergebnis.

Kochen mit dem Multikocher

Eventuell ist der Herd selbst kaputt, was nicht sehr wahrscheinlich ist. Meiner Erfahrung nach gehen solche Geräte beim nächsten Einschalten nach heftigen Gebrauch kaputt (was bei uns nicht zutrifft) oder fallen einfach während des Betriebs aus.

Wahrscheinlicher ist es, dass die Sicherung selbst nicht mehr funktioniert. Bei den alten Drehsicherungen konnte man das selbst lösen. Bei den modernen Kippschaltern muss der Elektriker her.

So koche ich bis auf weiteres mit meinem Multikocher, was für mich auch völlig OK ist. Wenn dann der Neubau steht und die Elektriker darin arbeiten, kann einer sich das einmal anschauen.

 

Stromausfall

Manchmal wundere ich mich schon. Weshalb kann der Strom nicht einmal um 13.45 Uhr mittags beim schönsten Sonnenschein ausfallen?

Ein lieber Kollege schrieb mir auf meinen Beitrag zum Wasserschaden hin: "Ihr lasst auch nichts aus." Jep, kann ich bestätigen. Tun wir nicht.

Gestern Nacht sassen wir gegen 23 Uhr bei uns im Wohnwagen, während der Regen aufs Blechdach trommelte. Plötzlich wurde es finster um uns. Wir schauten uns an und ich fragte: "Was ist jetzt passiert?"

Natürlich war sogleich klar, dass es ein Stromausfall war, aber wir mussten zuerst seinen Umfang ermitteln. Da einige unserer Geräte mit Akkus laufen, war es wenigstens nicht zappenduster.

Der ganze Wohnwagen ist offline

Nachdem wir unseren Akku-Scheinwerfer angeworfen hatten, machten wir Inventur. Rasch war klar, dass der gesamte Wohnwagen keinen Strom mehr bezog, obwohl die Hauptsicherung noch drin war.

Wir schauten aus dem Fenster und prüften die Strassenlaternen. Ja, die leuchteten noch. Dann versuchten wir herauszufinden, ob unsere Nachbarn in unserer Strasse noch Licht hatten.

Da gegen Mitternacht doch schon einige Leute zu schlafen pflegen, war das nicht so ganz einfach. Schliesslich fanden wir ein erleuchtetes Fenster und damit kam die Erkenntnis: Oh weh, nur wir sind betroffen.

Das bedeutet einen Gang zum Baumstromverteiler

Also konnte nur die Sicherung am Baustromverteiler ausgefallen sein. Der stand draussen im Regen in einer Hecke. Um ihn zu erreichen, mussten wir bei Dunkelheit und Regen einen schmalen Grat entlang der gesamten Baugrube balancieren.

In solchen Situationen denken wir immer zuerst nach. Unsere Erwägungen begannen mit: "Das heisst, wir können den Strom nicht vor morgen früh wieder einschalten." Unser Fazit nach einigen Minuten: "Es führt kein Weg daran vorbei. Wir müssen raus."

Wir legten unsere Jacken und Schuhe an. Ich packte den Akku-Scheinwerfer und eine Holzkelle.

DonkeyKong entlang der Baugrube

Der Weg zum Baustromverteiler.
Jetzt stelle man sich einfach vor: Es ist finsterste Nacht und regnet.

Der Regen war zum Glück nicht so schlimm wie in anderen Nächten, als wir entlang der Baugrube balancierten. Der Weg allerdings braucht schon bei Tag einiges an Aufmerksamkeit.

Er ist sehr schmal und uneben. Man geht um Löcher mit halb ausgegrabenen Telefonleitungen herum. An einigen Stellen liegen als Behehlfsabdeckung Betonplatten, die stark wackeln. Und links davon geht es etwa drei Meter in die Tiefe.

Wie wieder einschalten?

Unser Baustromverteiler befindet sich in einem Loch in der Thuja-Hecke. Ich habe von Beginn weg nicht verstanden, weshalb die Installateure ihn nicht abgedeckt haben. Entsprechend rann, als wir schliesslich davorstanden, das Regenwasser daran herab.

Ob die Steckdosen unter diesen Umständen trocken geblieben waren, konnten wir nicht erkennen. Als wir jedoch den Scheinwerfer auf die Sicherungen richteten, war auf einen Blick klar, dass tatsächlich die Hauptsicherung draussen war.

Und es gibt ja wirklich nichts Lustigeres, als im Regen einen nassen Sicherungskasten anzulangen.

Erst mal alles abhängen

Der einzige Anschluss, der sicher nicht nass geworden war, war unsere Stromleitung zum Bauwagen. So zogen wir alle Geräte der Bauleute und die Frostschutzheizung für unsere Wasserleitung an den Kabeln aus den Steckern.

Dann versuchte ich mit der Holzkelle, den Hauptschalter wieder umzulegen. Erfolglos. Aber seit ich vor vielen Jahren danebenstand, als jemand eine Hauptsicherung in den Sicherungskasten drehen wollte und diese mit einem lauten Knall (gefühlt) explodierte, bin ich kein Held mehr.

So gab ich die Kelle meinem Liebsten weiter, der schliesslich viiieel stärker ist als ich, und er schaffte es. 🙂

Ursachenforschung

Auch den Weg zurück schafften wir ohne Unfall. Dann begann die Ursachenforschung. Draussen lief kein Gerät, also musste etwas im Wohnwagen kaputtgegangen sein.

Schliesslich glaubten wir die Ursache zu finden: das Kontrolllicht des Boilers, das bisher immer geleuchtet hatte, war aus. Eine unschöne Überraschung, aber nicht unerwartet. In den vergangenen Tagen hatte der Boiler plötzlich viel mehr, teilweise sehr laute Geräusche gemacht.

Wahrscheinlich hatte er, eventuell durch eine Stromspitze, den Geist aufgegeben und uns die ganze Stromversorgung heruntergerissen. Aber dass die Hauptsicherung im Wohnwagen nicht reagiert hatte, war trotzdem seltsam.

Wir ohne warmes Wasser = ungeniessbare Monster

Als wir noch in einer Mietwohnung lebten, gab es da einen Hausmeister, der jeden Freitag an der Heizung herumbastelte. Diese fiel dann jeweils in der Nacht zum Samstag aus mit dem Ergebnis, dass alle Mieter Samstag und Sonntag (und manchmal auch noch Montag) froren und auch kein warmes Wasser hatten.

Das hat uns geprägt und während jemand von uns in solchen Situationen halt das Wasser im Wasserkocher wärmt und sich mit der Giesskanne wäscht, mutiert der andere von uns zum Monster. Das ist dem Familienfrienden nicht zuträglich.

Entsprechend schrieb in gegen Mitternacht dem Hersteller unseres Wägelchens noch eine E-Mail mit der Nachricht: "Unser Boiler scheint ausgefallen zu sein. Wir beobachten, brauchen aber wahrscheinlich morgen Hilfe." Da sich unser Ansprechpartner im Moment in der Ferne auf Reisen befindet und nur sporadisch erreichbar ist, machte das zu dem Zeitpunkt Sinn.

Der Boiler läuft doch noch ... seltsam!

Als wir uns schliesslich schlafen legen wollten, warfen wir einen letzten Blick in den Boilerschrank und – Überraschung! – die Kontrollampe leuchtete und der Boiler war fast geräuschlos dran, sich aufzuheizen. Zum Glück hatten wir seine Sicherung mit der Überlegung "Kaputt ist kaputt" nicht ausgeschaltet.

Heute Morgen schrieb ich dann eine Update-Mail an den Hersteller des Wagens und kann nur hoffen, er hält uns nicht für hysterisch oder bekloppt.

Für die Boilergeräusche haben wir übrigens eine Erklärung gefunden: Weil wir den Wasseranschluss mit der Baustelle teilen, läuft stets Luft in unsere Leitungen. Wahrscheinlich hat der Boiler einmal eine ganz massive Dosis davon abbekommen und brauchte einige Tage, um die Luft wieder loszuwerden.

 

Nachtrag 24.03.2017

Die defekte Pumpe mit dem Schwimmer (rot)
Die defekte Pumpe mit dem Schwimmer (rot)

Heute hat sich die Ursache des Stromausfalls geklärt: Unser Erdbauunternehmen liess eine Pumpe mit einem Schwimmer in der Baugrube laufen. Steigt der Wasserstand zu hoch, sollte sich diese Pumpe automatisch einschalten.

Das hat sie in jener regnerischen Nacht auch gemacht. Nur war sie defekt, hat (zumindest den Brandspuren nach) die Steckdose gegrillt und dabei auch noch die gesamte Stromversorgung unseres Grundstücks heruntergerissen.

Manchmal geht halt leider auch eine sehr sinnvolle Vorsichtsmassnahme schief.

 

Die vergessene Küchenschublade

Die Ursache für meine nicht ganz freiwillige nächtliche Exkursion ins Abbruchhaus war – ein Sparschäler. Ein wenig Gruseln und Traurigkeit inklusive.

Langsam leben wir uns in unserem Zigeunerwagen ein. Das Aufräumen (Umzugschaos und Wasserschaden beseitigen) bedeutet viel Arbeit, aber wir sehen schon mehr Boden als unmittelbar nach unserem Umzug.

Die Tendenz zeigt also durchaus aufwärts. Doch noch ist nicht aller Überraschungen Abend.

Dann schäl ich mal rasch die Karotten …

Entgegen der Erwartungen einiger Nachbarn, dass wir in unserem Wohnwagen entweder nur Kaltes essen oder gar verhungern müssen, verfügen wir über eine kleine Küche und einen Glaskeramik-Herd mit zwei Platten.

Gestern Abend – es war der Jahreszeit entsprechend schon stockfinster – stand ich am Herd. Ich holte die Karotten aus dem Kühlschrank, langte in die Küchenschublade, um den Sparschäler hervorzunehmen … und stutzte.

Denn der Sparschäler war nicht da.

Ein unfreiwilliger Gang ins Abbruchhaus

Die Erkenntnis kam rasch: Oh nein, wir haben in unserer alten Küche vergessen, die Schublade mit den kleinen Küchenhelfern auszuräumen!

Also blieb mir nichts übrig, als dem schon halb abgerissenen Haus einen Besuch abzustatten – in der Hoffnung, dass die Bauleute die besagte Schublade nicht ausgeräumt hatten.

Da das von uns beauftragte Unternehmen kein Second-hand-Netzwerk betreibt und eher nach dem Hau-ruck-alles-muss-weg-in-die-richtige-Mulde-Prinzip arbeitet, bestand durchaus eine Chance.

Mit Birkenstocks durchs Ziegelscherbenfeld

Also packte ich einen Akku-Scheinwerfer, nahm eine Tasche und schlüpfte vor dem Zigeunerwagen in meine Birkenstocks. So machte ich mich auf den Weg.

Wer jetzt von wegen Baustellensicherheit die Augen verdreht: Ich gehöre (hoffentlich weiterhin) zu den Leuten, die sich beim Gehen nichts in ihre Gesundheitssandalen hineinladen. Zudem sind deren Sohlen sehr  widerstandsfähig gegenüber Nägeln und Scherben. Für mich hat das bei all den selbst gemachten Umbauarbeiten immer funktioniert.

Trotzdem war mir nicht ganz wohl. Rund um das Abbruchhaus erhoben sich Hügel aus zertrümmerten Ziegeln. Im Dunkeln nicht wirklich lustiges Terrain.

Halb abgerissenes Haus
Hier bin ich in der Nacht rein. Als Hausbesitzer darf man das. Ob man das auch tun sollte ist eine andere Frage.

Überall Wasser und Dreck

Nochmals in das Haus zu gehen war seltsam. Ich hatte mich innerlich verabschiedet, trotzdem kam mir der Gedanke: Oh je, wie siehst du aus?!

Wasser bedeckte als Seen die Böden, auf die wir immer achtgegeben hatten. Überall zogen sich schmutzige Fussspuren durch. Links von mir gähnte das schwarze Loch des Kellerabgangs.

Aber die Küchenschublade und ihr Inhalt waren noch da. Rasch warf ich alles in die Tasche und machte mich auf den Weg zurück, denn die Abmachung mit meinem Mann lautete: Bis dann und dann nicht zurück. -> Komm mich suchen.

Hätte ich das früher auch gemacht?

Ich bin froh, dass wir all den Kleinkram wieder haben, obwohl der grösste Teil so rasch als möglich in den Container eingelagert wird. Wenn man mal "seine" Küchenutensilien gefunden hat, verzichtet man nicht gern darauf.

Gleichzeitig wundere ich mich über mich selbst. Ich bin von Natur aus vorsichtig, auch weil ich mich nicht ärgern mag, wenn etwas passiert (unvorsichtig = nicht effizient). Ich fahre immer mit Helm Fahrrad, habe beim Handwerken eine sinnvolle Schutzausrüstung an … (Und nein, die Birkenstocks zählen nicht als Gegenargument.)

Seit wann schlendre ich ohne Helm in ein Abbruchhaus?